Für Angehörige: CRAFT tanken

CRAFT tanken

Angehörige von alkoholabhängigen Personen sind besonders belastenden Stressfaktoren ausgesetzt. Zu den normalen Herausforderungen, die in Beziehungen zu bewältigen sind, erleben Familienmitglieder von Abhängigen fast permanente Anspannung, Unsicherheit und Ohnmachtsgefühlen. Finanzielle Engpässe sind keine Seltenheit, in extremen Fällen kommt es zu psychischen und körperlichen Übergriffen.

Um hier zu helfen wurde die CRAFT durch entwickelt. Dieses Behandlungsangebot nutzt die sogenannten Verstärkungsstrategien. Dabei werden die Angehörigen als Partner für die Motivation zur Behandlungsaufnahme des Betroffenen wahrgenommen. Das persönliche Wissen um die Erkrankung des Partners oder der Partnerin, der tägliche Kontakt und die starke Eigenmotivation – der Leidensdruck, den Angehörige fühlen – kann wesentlich zu einer Veränderung beitragen.


CRAFT steht dabei für Community Reinforcement and Family Training, auf Deutsch etwa Familientraining auf der Basis sozialer Netzverstärkung. Was sich kompliziert liest, ist eigentlich simpel: Der Einfluss, den Angehörige auf die Betroffenen haben, wird genutzt, um deren Konsumverhalten zu verändern. Das Training beinhaltet mehrere Themenbereiche, die mit den Angehörigen besprochen werden. Es beginnt mit dem Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Beratungsperson und den Angehörigen. Ob der betroffene Partner oder der Elternteil von dem Training erfährt, entscheiden die Angehörigen.

Angehörige trauen ihrer Wahrnehmung über das Konsumverhalten des Betroffenen häufig nicht mehr. Durch das Zusammentragen von Informationen über seine Trinkgewohnheiten, also Menge, Gelegenheiten und Folgen, wird die Situation für die Angehörigen beeinflussbarer. In einem weiteren Schritt wird die Kommunikationsweise zwischen Angehörigen und Betroffenen besprochen.

In vielen Beziehungen werden beim Thema Alkohol nur Vorwürfe ausgetauscht. In Rollenspielen erlernen die Angehörigen die Auseinandersetzungen nicht mehr anklagend, sondern einfühlsam zu führen. Dabei wird der Alkoholkonsum nicht verharmlost, aber deutlich ausgedrückt, dass man sich freut, wenn der Betroffene weniger trinkt. Alkoholabhängige Personen werden nicht ihr Konsumverhalten ändern, nur weil dieses nun konstruktiver thematisiert wird. Das CRAFT nützt den Angehörigen, da sie lernen, die sozialen und finanziellen Schwierigkeiten besser zu verarbeiten. Statt den Abhängigen zum Lebensinhalt zu machen, achten die Angehörigen wieder stärker auf ihre eigenen Bedürfnisse.

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