Mark B. berichtet

Mark B.

Als Kinder und Jugendliche erlernen wir die Verhaltensweisen, die uns auch später als Erwachsene auszeichnen. So auch die Art und Weise wie wir Alkohol konsumieren. Den Willen aufzubringen dieses angewöhnte Verhalten im Alter noch einmal zu verändern, erfordert viel Kraft und Ausdauer. Mark B. hat es geschafft.

Wie reagieren? Verstehen führt weiter als der Mahnfinger.

Die allermeisten Jugendlichen in der Schweiz trinken Alkohol in unbedenklichen Mengen oder gar nicht. Und die Zahl der risikokonsumierenden Schülerinnen und Schülern ist tendenziell rückläufig. Bei denjenigen Jugendlichen aber, die regelmässig Alkohol konsumieren, fällt auf, dass sie (zu) häufig und absolut bedenkenlos (zu) grosse Mengen konsumieren und sich auch von negativen Folgen (Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Peinlichkeiten, Gewalt) zunächst unbeeindruckt zeigen.

Als Eltern oder Bezugsperson ist man darüber manchmal ziemlich irritiert oder fast schockiert. In der Beratung von Jugendlichen passiert uns dies manchmal auch, zum Beispiel dann, wenn 16/17 Jährige erzählen, dass sie ihren Alkoholkonsum bereits ziemlich reduziert hätten und nur noch 10 Drinks pro Anlass konsumieren würden, während es früher oftmals teilweise doppelt so viele gewesen seien... (Wir stellen uns dann jeweils vor, wie wir uns fühlen würden nach 10 Stangen Bier, 10 Glas Wein, 10 Schnäpsen.)

Beratung von Jugendlichen ist definitiv nicht das Kerngeschäft einer ambulanten Fachstelle für Alkoholprobleme. Einerseits passt „zur Beratung-gehen“ nicht wirklich zum Lebensentwurf von Adoleszenten. Andererseits sehen Jugendliche ihren riskanten oder hochriskanten Alkoholkonsum nur selten als problematisch, oder gar behandlungsbedürftig an. Von denjenigen Jugendlichen die den Weg zur Beratung finden, sind die meisten nicht ganz freiwillig gekommen. Eltern, Lehrpersonen, Lehrmeister oder gar die Jugendanwaltschaft sind die externe „treibende Kraft“ dahinter.

Jugendliche sollen Impulse erhalten um sich mit dem eigenen Trinkverhalten auseinandersetzen zu können. Allfällige Probleme, die hinter einem erhöhten Alkoholkonsum stecken, sollen auch ausgesprochen werden.

Was Jugendliche nicht goutieren ist, wenn wir Erwachsenen den moralischen Zeigefinger erheben. Sie vertragen es aber durchaus, wenn wir ihnen kundtun, dass wir ihr riskantes Verhalten nicht gut finden und uns letztendlich die Sorge um ihr Wohlergehen motiviert, nicht stillschweigend wegzuschauen, sondern mit ihnen darüber im Gespräch zu bleiben und auch Grenzen zu setzen. 

Warum Trinken Kinder und Jugendliche Alkohol?

  • Demonstration von Erwachsen-Sein
  • Bewusste Verletzung geltender Normen
  • Zugangsmöglichkeit zu einer Clique/ Gruppe
  • Austesten grenzüberschreitender Erfahrungen/ Neugierde
  • Bewältigungsstrategie z.B. bei Stresssymptomen
  • Kompensation von Enttäuschungen
  • Versuch sich auf einfache Weise zu entspannen
  • Reaktion auf starke psychische oder soziale Entwicklungsstörung

Wer ist besonders gefährdet?:

 

  • Je mehr Abende pro Woche mit Freunden im Ausgang, desto häufiger kommt es zu Alkoholkonsum.
  • Je weniger die Eltern Bescheid wissen, mit wem und wo ihre Kinder den Ausgang verbringen, desto häufiger Konsum von Suchtsubstanzen.
  • Jugendliche, denen es schwerer fällt mit Eltern über Sorgen zu sprechen konsumieren vermehrt.
  • Jugendliche die sich durch die Schule gestresst fühlen trinken häufiger als nicht gestresste (27 : 17 Prozent)

Das Rauschtrinken zieht eine Reihe negativer Konsequenzen mit sich, dazu gehören:

 

  • alkoholbedingte Unfälle
  • Verletzungen und Gewalt (Als Täter oder Opfer)
  • Ausserdem besteht die Gefahr von ungewolltem Sex
  • Insgesamt werden in der Schweiz wöchentlich 28 Jugendliche und junge Erwachsene wegen Alkohol-Intoxikation oder Alkoholabhängigkeit im Krankenhaus behandelt

Was hilft?

 

  • Wach-Sein wenn die Jugendlichen vom Ausgang nachhause kommen
  • Kontakt behalten oder aufnehmen mit dem Sohn der Tochter
  • Beobachtungen (Vermutungen, Ängste, Sorgen) benennen
  • Mit den jungen über solche Vermutungen, Ängste, Sorgen reden aber erst am Tag danach…
  • Regeln klären und Konsequenzen aufzeigen
  • Sich mit Kollegen-Eltern austauschen
  • Sich fachliche Unterstützung holen (und sich nicht davor scheuen)


Denn dazu wir sind da. Wir helfen Ihnen jederzeit in den Beratungsstellen.
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